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Hausärzte heute

Dank der HMG-Revision und dem neuen MedBG können die Apotheken ihr Angebot an Dienstleistungen bedeutend erweitern. Stichworte: Impfen, Blut entnehmen, in Bagatellfällen Diagnosen stellen. Wird der Hausarzt überflüssig? Sicher nicht. Aber für eine positive Zukunft braucht es eine erweiterte Fokussierung. Die in welche Richtung zielen müsste?

Interprofessionelle Zusammenarbeit

Ergänzend zum Artikel «Welcher Platz bleibt den Hausärzten?»* lesen Sie hier Überlegungen zur aktuellen Situation der Hausärzte.

Auf gutem Weg

Nur einige der Bremsklötze im veralteten Gesundheitssystem sind: überholte und überflüssige Regulierungen, Qualitätsprobleme, falsche Anreize und damit fehl­geleitete Geldströme, neue Bedürfnisse einer überalterten Bevölkerung, bedenkenloses Anspruchsverhalten und wenig Wille zu Verhaltensänderungen. Wie verhalten sich die Haus- und Kinderärzte in dieser unbefriedigenden Situation? Das sind unsere Überlegungen nach dem Gespräch mit Philippe Luchsinger:

  • Der Verband Haus- und Kinderärzte Schweiz hat sich in den letzten Jahren besser auf eine neue Zukunft vorbereitet, als man im Moment sehen und vermuten kann. Die zentrale Frage lautet wie bei allen anderen gestandenen Organisationen: Werden neue Strategien, Leitbilder, Hauptziele usw. in die einzelnen Hausarzt­praxen umgesetzt werden können? Und wie?
  • Diese Frage gilt speziell für die interprofessionelle Zusammenarbeit. Die wird vom Verband als zentrale Fertigkeit gesehen. Lesen Sie dazu «Man liebt sich noch nicht, aber …» (OTXWORLD Nr. 128, Mai 2016, S. 6. > Magazin-Archiv). Zu Recht wird die gegenseitige Wertschätzung (aller Fachkräfte) auch im heutigen Gespräch als wichtiges Ziel genannt.
  • Die Kultur der harten Abgrenzung scheint auch bei den Hausärzten zu verblassen. Zunehmend gewinnt die Kultur der Gleichwertigkeit und Akzeptanz. Diese wird nicht leicht zu erreichen sein – und das gilt für alle Leistungserbringer. Denn, obwohl ja weder Ärzten noch Apothekern, Spitex, Spitälern oder der Pflege Bedeutungs- oder gar Arbeitslosigkeit droht, fürchten doch alle finanzielle Einbussen.
  • Die eigenen Interessen wahren und gleichzeitig entspannter in die Zukunft zu schauen, setzt voraus, Ängste zu überwinden und neue Risiken einzugehen. Beispielsweise mit dem Schaffen von ganz neuen Dienstleistungen. So wie die Hausärzte in St. Gallen vor einiger Zeit in einer zweijährigen Phase «Coaching durch den Hausarzt» entwickelt haben. Wo könnten zum Beispiel Hausärzte mit Eigeninitiative und zusammen mit Pflege, Spitex oder gar Apotheken Nischen­aktivitäten für sich abzeichnende Bedürfnisse entwickeln? Wenn auch nicht immer in dominierender Position, sondern nur als gleichwertige Mitspieler? Sodass sie nicht mehr hauptsächlich nur als Systembewahrer, sondern zukünftig als aktive, gestaltende Teilnehmer wahrgenommen werden?

*Den ergänzenden Artikel «Welcher Platz bleibt den Hausärzten?» finden Sie in OTXWORLD Nr. 137, März/April 2017. > Magazin-Archiv

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