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Vertrauensschwund

  • Wie jedes andere Geschäft basieren auch die Tätigkeiten der Leistungserbringer im Gesundheitsbereich letztlich auf Vertrauen: Dass Frau und Mann für den hohen Preis der direkt oder indirekt von ihnen bezahlten Therapien angemessene Gegenleistungen erhalten. Am liebsten die besten der Welt. Ist das Vertrauen noch gerechtfertigt?

    Den vollständigen Artikel «Vom stetigen Schwund des Vertrauens» finden Sie in OTXWORLD Nr. 124, Januar 2016. > Magazin-Archiv

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Stellungnahme von Nationalrat Dr. med. Ignazio Cassis:

Die Misere, die keine ist

«Jammern ist verbales Outsourcing» – so jedenfalls steht es auf einem Kalenderblatt, das kürzlich auf meinem Tisch gelandet ist. Mir scheint, als hätte die verbale Problemauslagerung derzeit Hochkonjunktur, vor allem im Gesundheitswesen. Glaubt man den Medienberichten, läuft in der Schweiz diesbezüglich nämlich so ziemlich alles schief. Negativmeldungen über unnötige Operationen, Ärztepfusch, Abzocker-Mentalitäten, grassierende Spitalinfektionen und verunsicherte Patienten lassen vermuten, mit der Qualität unseres Gesundheitswesens gehe es stetig bergab.
Gut, dass die Fakten eine andere Sprache sprechen. Wie anders ist es zu erklären, dass Herr und Frau Schweizer auf dem schnellsten Weg nach Hause eilen, wenn sie im Ausland krank werden? Oder dass unser Land punkto Qualität in der Gesundheitsversorgung seit Jahren weltweit die Bestnote erhält?
Dabei sehe ich unser Gesundheitssystem durchaus nicht durch die rosafarbene Brille. Es gibt Handlungsbedarf, zweifellos. Anfangen müssen wir dort, wo die Patientinnen und Patienten am meisten profitieren: Bei der Stärkung des gegenseitigen Vertrauens all derer, die am System beteiligt sind. Ich spreche von Ärzten und Pflegenden, von Aufsichtsbehörden, politischen Entscheidungsträgern und Verbänden. Wenn sie alle am gleichen Strick ziehen, latentes gegenseitiges Misstrauen hinter sich lassen, Blockaden beseitigen und sich darauf konzentrieren, in ihren Bereichen vorhandene Probleme auch wirklich anzugehen, hat eine medial herbeigeredete Misere – oft verbunden mit dem Ruf nach mehr staatlicher Kontrolle – keine Chance. Auch nicht bei den Patientinnen und Patienten. Diese wollen in erster Linie gut versorgt werden. Und das wiederum ist nicht Aufgabe des Staates.

 Prof. Dr. Margrit Stamm

Dr. med Ignazio Cassis
Nationalrat (FDP, TI)

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