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OTXWORLD Plus

Sind Webinare noch im Trend?

Fort- und Weiterbildungen sichern die Qualität im Gesundheitswesen. Zudem stellen sie eine ideale Gelegenheit dar, das berufliche Netzwerk zu pflegen. Im digitalen Zeitalter drängen aber neue Lernformen in den Vordergrund. Dazu zählen die Webinare. Wie etabliert sind sie? OTXWORLD befragte einen Anbieter, einen Kunden und einen Nutzer. Interview: Markus Meier / Fotos: zVg

 

Donat Baur

Donat Baur
Mitinhaber und Geschäftsführer Swisswebinar GmbH, Wangen

Nicolai Zanetti

Nicolai Zanetti
Marketingleiter «ebi-pharm ag», Kirchlindach

Dr. med. Alexander Turk

Dr. med. Alexander Turk
Präsident der Lunge Zürich, Chefarzt Zürcher Rehazentrum Wald

 

Interview mit Donat Baur

Wie gefragt sind Ihre Webinare?

Gut Ding will Weile haben! Zu Beginn, im 2012, war der Start zaghaft. Im vergangenen Jahr waren es an die 80 Webinare, die wir durchgeführt haben. Für 2016 sind bereits jetzt schon über 50 Buchungen platziert. Das ergibt nahezu ein Webinar pro Woche. Die Webinar-Idee muss sich noch durchsetzen. Interessant ist, dass der Teilnehmerkreis aus dem Ausland – Deutschland, Österreich und England – auffällig zunimmt.

Sie bieten Fach- und Publikumswebinare an. Wo besteht die grössere Nachfrage?

Mit den Publikumswebinaren haben wir erst im 4. Quartal 2015 begonnen. 97 aktive Teilnehmer beim ersten Publikumswebinar waren ganz ordentlich. Diese Publikumswebinare werden im 2016 vorerst durch den Verein Naturdrogisten gestaltet. Der Zuhörer und Zuseher erhalten dabei zu bestimmten Themen umfassende Informationen aus dem gesamten Naturheilmittelsortiment. Wir sind hier ganz am Anfang. Anders bei den Fachhandelwebinaren. In diesem Bereich haben wir durchschnittlich 40 bis 70 Personen, welche die Webinare besuchen. Entscheidend ist, dass diese Weiterbildungsmöglichkeit durch die Berufsverbände unterstützt wird und somit Ausbildungspunkte vergeben werden können.

Aus welchen Bereichen kommen Ihre Kunden?

Im Moment besteht der Teilnehmerkreis zu fast 100 Prozent aus Mitarbeitern von Drogerien, Apotheken und Naturheilpraxen. Das Angebot besteht vorwiegend aus Weiterbildungsmöglichkeiten für Produkte oder Dienstleistungen aus dem OTC-Bereich.

Wer nutzt Ihre Webinare?

Sehr geschätzt werden die Webinare von Teilzeitmitarbeitenden und jenen, die bis 20 Uhr arbeiten müssen. Ebenso entdecken Gruppierungen und Ketten die Chance, auf einfachem und schnellem Weg mit den Partnerfirmen ein kurzes Wissen-Brush-up durchzuführen. Altersmässig sind die Jungen in der Überzahl. Wir wissen auch, dass die Teilnahme vermehrt via Handys und Tablets stattfindet. Da in Apotheken, Drogerien und Naturheilpraxen die Frauen in der Überzahl sind, ist das auch beim Teilnehmerkreis der Webinarbesucher so.

Welche Entwicklung erwarten Sie in den nächsten fünf Jahren?

Die ökonomischen Argumente sind bestechend: Kein Anfahrweg, Ausbildung von zu Hause oder unterwegs und Webinar-Archiv für durchgeführte Webinare. Diese Aus- und Weiterbildungsmöglichkeit wird massiv zunehmen. Bereits heute haben Firmen die Webinare fix in ihr Ausbildungsangebot eingebaut.

Werden die Webinare die klassischen Face-to-Face-Fortbildungen verdrängen?

Nein, auf keinen Fall. Aber es wird viel mehr die Sowohl-als-auch-Situation geben. Für die Firmen ist es ganz wichtig, mit den Kunden auch Aug-in-Aug-Veranstaltungen durchzuführen.

> Interview N. Zanetti
> Interview A. Turk

 

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